So nicht!

Schneisenförmige Holzschlägerungen im Natura 2000-Gebiet „Klostertaler Bergwälder“

Aktuell wurden diesen Herbst 2018 wieder zwei Schneisen im Natura 2000-Gebiet „Klostertaler Bergwälder Dalaas“ geschlagen. Die stereotype Begründung des Forstamtleiters in Bludenz für diese Holznutzungen lautet Schutzwalderhaltung! Zum einen wird behauptet und gebetsmühlenhaft wiederholt, dass dieser Wald überaltert wäre und aus diesem Grund eine Verjüngung notwendig mache. Dass dies reine Behauptungen ohne realen Hintergrund sind, zeigt die vorliegende Fotodokumentation. Bei einem Lokalaugenschein vor Ort kann man sich ebenfalls davon überzeugen.

Als weitere Begründung wird die Schaffung von Schussschneisen zur besseren Bejagung des Wildes angegeben, weil aufgrund des zu hohen Wildbestandes und des daraus folgenden Wildverbisses nur noch die Fichte aufkomme. Dass dieser Wald immer wieder offene Flächen aufweist (Bergmähder), die sich für eine Bejagung bestens eignen, wird ebenso ausgeblendet wie die Tatsache, dass das Wild in der Nähe gefüttert wird.

Klostertaler Bergwälder 02

Der zugrundeliegende Waldfachplan sieht für dieses Gebiet die Bevorzugung von einer plenterartigen Bewirtschaftung, Einzelstammnutzung und kleinflächige Femelungen vor. Der Einsatz des Seilkranes in Verbindung mit dem Holzprozessor in dieser Dimension widerspricht dieser Vorgabe, weil die im Waldfachplan geforderte selektive Bewirtschaftung dadurch nicht umgesetzt werden kann. Jede Schneise ist ein Schritt zum Altersklassenwald. Ziel wäre ein gut gestufter Wald.

Dass diese waldvernichtenden Eingriffe erst durch Landesförderungen ermöglicht werden, ist der eigentliche Skandal. Diese Mittel aus Steuergeldern werden entgegen den Schutzzielen des Natura 2000-Gebietes eingesetzt und fehlen deshalb für sinnvolle Förderungen.

Da weitere Schneisen in Planung sind, ist es dringend geboten, diesem Treiben Einhalt zu gebieten, bevor dieser ökologisch wertvolle Bergmischwald weiter abgeholzt und verheizt wird. Wenn dies gelingen soll, bedarf es einer gemeinsamen Anstrengung aller Naturschutzorganisationen, die dies nicht nur dem Namen nach sind.

Franz Ströhle