AS LANGAT – Eine Rückschau

„Wer die Welt besitzen möchte, wird sie verlieren.“

Laotse

Die 5-tägige „AS LANGAT“ Wanderdemonstration des Alpenschutzvereins, des Alpenvereins, des Naturschutzbundes, der Naturfreunde und der Bürgerinitiative „Für ein lebenswertes Walgau“ für den Schutz der Natur war ein vielstimmiges und beflügelndes Ereignis, welches über die Landesgrenzen hinaus für Aufsehen sorgte. Ein bunter Reigen für ein lebenswertes Vorarlberg. Zwischen Bregenz und der Bielerhöhe fanden an verschiedenen Orten zahlreiche Veranstaltungen mit Reden und musikalisch-künstlerische Darbietungen statt.

Während des ca. 90 km langen Marsches durch Vorarlberg äußerten viele ihre Ängste und Sorgen über den rasanten Verlust an Natur und Boden im Land und ein verqueres Wirtschaftsdenken, welches den Naturschutz in erster Linie als Entwicklungshemmnis versteht. Der Ausverkauf des Landes an Investoren, die Versiegelung und Verwüstung der Naturlandschaften durch Massentourismus und Bauprojekte ist für viele besorgte Bürgerinnen und Bürger ein zu großer Verlust, als dass er durch positive Wirtschaftsdaten aufgewogen werden kann.

„Es würde vieles besser gehen, wenn man mehr ginge …“
„Fahren ist Ohnmacht, Gehen ist Kraft.“

Diesen Zitaten von Johann Gottfried Seume (aus seinem Buch „Spaziergang nach Syrakus“) war die Form dieser Demonstration gewidmet. Und sie hat sich bewährt. Es waren auffallend viel sozial engagierte Leute als Teilnehmer*Innen dabei, was deutlich macht, dass Naturschutz und Soziales untrennbar sind. Im Gehen waren gute Gespräche untereinander möglich, das Erleben schöner Wege und Landschaften, der Natur, aber auch die Wahrnehmung der von Menschen gemachten Scheußlichkeiten in unserem Land.

Die Stimmung war durchwegs gut. Selbst der Dauerregen auf der letzten Etappe hinauf auf die Bielerhöhe tat dieser keinen Abbruch. Im Gegenteil. Es war bewundernswert zu sehen, wie selbst über 80-jährige Leute oft mehrere Etappen mitgegangen sind und Schritt für Schritt die steilen Passagen auf kaum zumutbaren Wegen des letzten Abschnittes in strömendem Regen bewältigt haben.

Wir danken allen Beteiligten sowie Mitwanderinnen und Mitwanderern für ihre engagierte Teilnahme an dieser wichtigen Veranstaltung. Besonders den vielen Musikern / Künstlern für ihren unentgeltlichen und wichtigen Beitrag zum Gelingen der Kundgebungen auf allen Stationen. Den Fotografen und dem Kamera-Team des SWR Fernsehens für ihr Interesse an unseren Themen. Pater Christoph vom Kloster St. Gerold für seine engagierte und unkonventionelle Rede.

Das Wasser als Symbol des Lebens, der Bewegung und Reinheit, das wir aus dem Bodensee geschöpft, auf die Bielerhöhe gebracht und rituell in den Brunnen der Barbara Kapelle in den Kreislauf entlassen haben, möge es seine heilsame und reinigende Kraft durchs ganze Land tragen.

„AS LANGAT“ wird seine Wirkung entfalten, sagte Ulrich Gabriel bei der Abschlussveranstaltung in der Kapelle auf der Bielerhöhe und wir sind sicher: Sie tut es schon, die Botschaft ist angekommen!

Franz Ströhle