Abfallträchtiges Fazit der Aktion „Saubere Alpen 2019“

Mehrwöchige Umweltarbeit in Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg

Unter dem Motto „Für ein Naturerlebnis ohne Abfälle“ engagieren sich der Österreichische Alpenschutzverband und die Alpenschutzvereine für Vorarlberg, Tirol und Salzburg seit über 45 Jahren für saubere Wander- und Erholungsgebiete. Im Zuge dieser jahrzehntelangen Umweltarbeit konnten bislang über 4 Millionen Liter Abfälle und Unrat, darunter auch umweltgefährdende Problemstoffe, eingesammelt werden. Bei zahlreichen bewirtschafteten Berghütten wurden zudem bis heute tausende Kubikmeter an Altablagerungen aus früheren Jahrzehnten zur Beseitigung und Entsorgung gebracht.


Beseitigung von Alteisenteilen in den Ötztaler Alpen (Vent, Tirol)

Rückschau auf die Aktion 2019

Im Rahmen der Aktion „Saubere Alpen 2019“ fanden von Mitte Juli bis Mitte August Aktionseinsätze in den Bundesländern Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg statt. Hierbei wurden über 120 Einsätze durchgeführt und mehr als 60 Berg- und Talgemeinden erfasst. In Oberösterreich war der Fokus der Aktionseinsätze auf die touristischen Hotspots des Salzkammergutes, darunter die Welterberegion Hallstatt-Dachstein und die beliebtesten Wander- bzw. Ausflugsziele rund um Bad Ischl, gerichtet. Das Aktionsprogramm in Tirol erfasste die Zugspitzregion, das Fernpassgebiet, das Pitztal, das Hintere Ötztal sowie die Brennerregion. In Vorarlberg erstreckte sich der Radius der Aktion von den Ufern des Bodensees über die rheintalnahen Höhenzüge und die Wanderberge des Bregenzerwaldes bis ins Montafon. An der Umsetzung der Maßnahmen waren drei Teams mit 25 Mitarbeiter/innen beteiligt.

Aktionsfazit 2019

Die im Zuge der Aktion 2019 beseitigte Gesamtabfallmenge (ca. 35.000 Liter ~ 7 LKW-Ladungen) fällt höher aus als jene des Vorjahres. Nachdem sich im Vergleich zum Vorjahresergebnis heuer jedoch mehrere größere Müllkippen bzw. einstige Hüttenablagerungen im Gesamtergebnis bemerkbar machten, ist hieraus kein allgemeiner Trend hinsichtlich der Abfallentwicklung ableitbar. Das Gros des zur Entsorgung gebrachten Abfalls und Sperrmülls wurde im Bereich von Straßen sowie an Bade- und Erholungsgewässern eingesammelt. Ein weiterer großer Teil des Mülls entfällt auf die Beseitigung bzw. Teilräumung von Altablagerungen (Hüttenabfälle aus den 1970er- bis 1990er-Jahren) bei Berghütten. Einsatzziele waren unter anderem die Martin-Busch-Hütte und Rüsselsheimer Hütte in den Ötztaler Alpen, die Coburger Hütte in der Miemingerkette sowie die Wiesbadener Hütte in der Silvretta. Littering-Hotspots waren vor allem Straßenbereiche, wie z. B. an der Fernpassstraße und Plöckenpassstraße, sowie Bade- und Grillstellen an beliebten Freizeitgewässern. Eher gering fiel das Abfallaufkommen in den einbezogenen Wander- und Ausflugsgebieten aus. Selbst in stark frequentierten Seilbahngebieten hielten sich weggeworfener Müll und Unrat in Grenzen. Mancherorts trübte lediglich die unappetitlich anzusehende Häufung von Hygiene- bzw. Papiertaschentüchern sowie Zigaretten-Tschicks das positive Gesamtbild.


Sammelbilanz eines Einsatzes am Harder Rheindamm (Bodensee, Vorarlberg)


Abfalldeponie aus den 1970er und 1980er-Jahren bei einer Berghütte in der Zugspitzregion

Unterstützer und Förderer 2019

Die Durchführung der Aktion „Saubere Alpen 2019“ wurde mit finanzieller Unterstützung der Abteilung V/6 des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus, der Abteilungen Umweltschutz und Wasserwirtschaft der Vorarlberger Landesregierung, der Abteilung Umweltschutz der Tiroler Landesregierung, der Abteilungen Natur- und Umweltschutz der Oö. Landesregierung, der Städte Dornbirn und Feldkirch, der illwerke-vkw Gruppe, der Dornbirner Sparkasse sowie weiterer Firmen und privater Spender ermöglicht. Wir danken unseren Förderern, Spendern und Sponsoren für das finanzielle Engagement!

Bewerbungshinweise zur Aktion „Saubere Alpen 2020“

Unter der Voraussetzung, dass die hierfür erforderlichen finanziellen Mittel wieder sichergestellt werden können, ist für den Zeitraum Mitte Juli bis Ende August 2020 erneut die Durchführung eines bundesländerübergreifenden Aktionsprogramms geplant.

Wer an einer bezahlten Mitarbeit bei der Aktion „Saubere Alpen 2020“ interessiert ist, kann sich gerne bei uns bewerben. Wir ersuchen um Verständnis, dass sich das Beschäftigungsangebot vorrangig an umweltaffine Studentinnen und Studenten (Mindestalter 19 Jahre) bzw. körperlich belastbare Arbeitssuchende ab 50 richtet. Für die Aktionsmitarbeit in Oberösterreich und Tirol ist eine zweiwöchige Beschäftigung und in Vorarlberg eine zwei- bis vierwöchige Beschäftigung möglich. Für tageweise Einsätze laden wir auch gerne Freiwillige zur Teilnahme ein.

Interessierte Bewerber/innen werden um Übermittlung eines Motivationsschreiben mit Foto ersuchen. Für Informationen und Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

E-Mail-Adresse für Informationen und Fragen: office@alpenschutzverband.at


Mitarbeiter/innen des OÖ-Teams bei der Entsorgung eingesammelter Abfälle