Alpenschutzverein für Vorarlberg unter neuen Fittichen

Im Rahmen der turnusmäßigen Jahreshauptversammlung des Alpenschutzvereins für Vorarlberg (ASV) am 9. März 2017 im Roten Haus in Dornbirn, in dessen Räumlichkeiten 1971 die Gründung des ASV erfolgte, legte Reg.-Rat Lothar Petter (76) nach einer über 45-jährigen Tätigkeit als Obmann die Leitung des Vereinsvorsitzes in neue Hände. Mit Mag. Franz Ströhle (67) aus Dalaas übernimmt ein engagierter und fachlich versierter Naturschützer die Führung dieser etablierten Umweltorganisation, die in der Geschichte der Vorarlberger Naturschutzbewegung einen wichtigen Platz einnimmt. In seiner Antrittsrede an die versammelten Mitglieder erklärte der neu designierte Obmann, dass er der dringend gebotenen engeren Zusammenarbeit und Vernetzung der Naturschutzorganisationen im Land besondere Priorität einräumen werde.

Ein Alpenschützer aus Respekt und Liebe zur Natur

Reg.-Rat Lothar Petter prägte die Naturschutz- und Umweltarbeit des Alpenschutzvereins für Vorarlberg über mehr als vier Jahrzehnte. Die Gründung des Vereines in den 1970er-Jahren fiel in eine Zeit großer Erschließungseuphorie im Alpentourismus. Ähnlich der heutigen Situation witterten Investoren und Seilbahnunternehmer lukrative Geschäftsmöglichkeiten und wälzten hochtrabende Expansionspläne.  Nachdem die Politik den Schutz der natürlichen Lebensräume stiefmütterlich behandelte bzw. nur zögerlich reagierte, traten verstärkt zivilgesellschaftliche Akteure für die Belange der Natur ein. In Vorarlberg setzte sich der Alpenschutzverein gegen überzogene Projektvorhaben zur Wehr.  Aufgrund des großen persönlichen Einsatzes von Lothar Petter konnten so der Dornbirner First, das Mutjöchle im Silbertal, der Brandner Gletscher, das Gebiet um die Alpe Gretsch im Verwall oder das Drei-Schwestern-Gebiet vor zerstörerischen Eingriffen gerettet werden. Auch mehrere Naturschutzgebiete gehen auf ASV-Initiativen zurück. Mit der Lancierung der Aktion „Saubere Alpen“ etablierte er ein Umweltprojekt, welches über Vorarlberg hinaus einen weithin anerkannten Beitrag für ein Naturerlebnis ohne Abfälle leistet. Für die diesbezüglichen Verdienste wurde er 2012 durch den damaligen Umweltminister Mag. Niki Berlakovich mit dem Bundesverdienstkreuz der Republik Österreich ausgezeichnet. In seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender des Österreichischen Alpenschutzverbandes bleibt er weiterhin als Umweltschützer aktiv und wird der neuen Vereinsführung beratend zur Seite stehen.

Antrittsworte von Mag. Franz Ströhle zur Übernahme des Vereinsvorsitzes 

Wofür ich stehe

„Es ist ein Glück, in einer intakten Naturlandschaft (Klostertal/Dalaas) mit der Verbindung zum Lebendigen aufgewachsen zu sein, wo andere Urlaub machen. Wenn man längere Zeit an einem Ort lebt und die Veränderungen und Eingriffe im Namen des „Fortschritts“ hautnah in der vertrauten Umgebung miterlebt, so sind sie meist mit dem Verlust an Naturraum und Lebensqualität verbunden. Die ausufernde Expansion des Wintertourismus und die Industrialisierung der Landwirtschaft haben gerade in den letzten Jahren sehr viel Unheilvolles angerichtet. Dies kann so nicht mehr länger hingenommen werden. Es werden nicht nur die Habitate der Wildtiere auf diese Art immer mehr beschnitten, auch die Alternative eines sanften Sommertourismus wird dadurch geschädigt. Wirtschaft ist zweifellos wichtig, doch kommt es hier wie in anderen Bereichen auf das „Wie“ an. Kurzsichtiges Expansionsdenken, Wachstum und Gewinnmaximierung um jeden Preis auf Kosten der Natur und nachfolgender Generationen können nicht der richtige Weg sein.

Deshalb ist für mich der Erhalt intakter Naturräume ein großes persönliches Anliegen. Ich trete für einen Weg ein, der die Lebens- und Umweltqualität bewahrt und möglichst verbessert. Der den Alpenraum vor Ausverkauf und ausufernder Vermarktung sowie Vermüllung schützt. Beim Alpenschutzverein haben sich Menschen zusammengefunden, die für diese Ziele kämpfen. Mit diesen fühle ich mich verbunden, aber genauso mit allen, die sich dafür einsetzen, unseren Lebensraum qualitätsvoll und liebenswert zu erhalten. Um erfolgreich in diesem Bemühen sein zu können, ist die enge Zusammenarbeit und Vernetzung der Naturschutzorganisationen und aller, die sich für diese Ziele einsetzen, dringend geboten.“